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Orthopädie in Donaueschingen

Fachärzte für Orthopädie

Sportmedizin

Ski alpin: Verletzungen vermeiden – nach Verletzungen neu einsteigen

Moderne Carvingski, welche höhere Geschwindigkeiten im alpinen Skisport erlauben, vollere Skihänge, wie auch Skirennsport bereits im Schüleralter können auf Grund der hohen Sturzgefahr zu Bandverletzungen insbesondere im Kniegelenkbereich führen. Diese zu vermeiden, das Heilungsergebnis nach der Verletzung zu schützen und eine schnellere Sportneuaufnahme zu gewährleisten, wie auch den erneuten Bänderriss zu vermeiden, sind wichtige Ziele  der präventiven Sportorthopädie im Skisport.

Bei Kreuzbandverletzungen ist hier Alters unabhängig eine operative Behandlung (= Kreuzbandplastik) nötig, welche in der Nachbehandlung die Verwendung einer stabilisierenden Knieorthese notwendig macht. Diese wird in der Regel spätesten nach 3 Monaten vom betroffenen Patienten abgelegt.
Der Körper benötigt für den Umbau des Kreuzbandtransplantates von einer Sehne zu einem Band  ca. 1 Jahr.
A) Gerade in der Zeit ca. 12 Wochen nach der Operation, wenn zwar die äußeren Wunden der Operation abgeheilt sind, aber das Transplantat im Vergleich zur gewohnten Festigkeit des früheren Originalkreuzbandes vor der Verletzung nur ca. 1/3 derselben aufweist, ist hier eine besondere 2. Verletzungsfahr für das Kniegelenk gegeben, ohne dass dies dem Patienten bewusst ist.
B)  Auch nach Abschluss des Umbauprozesses des Kreuzbandtransplantates, erreicht dieses nicht mehr dieselbe Festigkeit, wie das ursprüngliche Band.
C) Die im Kniegelenkbereich entnommenen Sehnen – insbesondere Semitendinosus- und Gracilismuskelsehnen – welche als Kreuzbandtransplantat umfunktioniert werden, haben im Normalfall/beim Gesunden eine Kreuzband unterstützende Funktion. Diese fehlt nach der Entnahme als Kreuzbandtransplantat dauerhaft.
D) Bei Seitenbandverletzungen des Kniegelenkes ist im  Rahmen der nicht operativen Behandlung die Absicherung des heilenden Bandes für ca. 6 Wochen mittels Orthese nötig. 
Bei der anschließenden zunehmend gesteigerten, auch sportlichen Aktivität kann weder muskulär, noch von den noch nicht vollständig abgeschlossenen Umbauprozessen  her, eine Extrembelastung wie im alpinen Skisport  Risiko los erfolgen

Um insbesondere jungen Skisportlern frühzeitig die gewünschte Freizeitaktivität zu ermöglichen, erscheint aus den Gründen A bis D eine Sicherung des Gelenkes und der Bänder mittels Orthese sinnvoll.
Im Slalomsport werden heute auf Grund der Verwendung von Kippstangen  oder „Stummelstangen“, welche durch den Sportler mit dem Unterschenkel umgedrückt werden, entsprechende Schützer nötig. Diese lassen sich bei Verwendung einer Knieorthese nicht ordnungsgemäß fixieren, so dass:
1) entweder auf die Knieorthese verzichtet werden muss mit entsprechender Verletzungsgefahr für das Kniegelenk
2) oder auf den Unterschenkelschützer verzichtet werden muss, mit Verletzungsgefahr für den Unterschenkel
3) eine falsche – evtl. später verletzungsträchtige Technik durch den Sportler ausgeführt wird
4) oder die sportliche Aktivität beendet wird

5) Die Orthese selbst kann trotz üblicherweise Metallquerbügel vor dem Tibiaknochen nicht als alleiniger Unterschenkelschutz Anwendung finden, da Slalomstangen/Hindernisse an der Orthesenkante – insbesondere dem Orthesengelenk – hängen bleiben können und die Orthese verdrehen würde (siehe Demonstrationsbild!). Somit wäre die exakte Positionierung nicht mehr gegeben und eher eine Verletzungsgefahr,  als eine  Schutzfunktion dann gegeben. 

Daher bieten wir in Kooperation mit speziellen Orthopädietechnikern individuell angepasste Knieorthesen mit oder ohne Adapter - für Slalomrennen/-training zum Kippen der Stangen -  für den alpinen Skisport an.

Die Orthesenart, -größe, -gewicht richtet sich nach dem sportlichen Anspruch des Aktiven und soll  das Knie des Freizeitsportlers im o.g. Sinne schützen.
Für ambitionierte Riesenslalom- und Slalomrennläufer kommen evtl. Sonderorthesen – spezielle leichtere, aber trotzdem ausreichend feste Materialien, welche  die Anbringung einer Kunststoff- oder Carbonschale erlauben. Diese reicht nach distal (= Fußwärts) über den oberen Skistiefel hinaus und schließt nach Oberschenkelwärts (=proximal) bei Kniebeugung ca.  mit dem Kniescheibenoberrand  bzw. der gedachten verlängerten Tangente an die Oberschenkelvorderseite bei 90° Beugung im Kniegelenk ab (siehe Demobild Prototyp).    Die Schale ist nach außen abgeschrägt und glatt, um ein optimales – d.h. schnelles und ungestörtes – Abgleiten der Slalomkippstangen oder anderer Hindernisse zu gewährleisten.
Durch die feste Schalenfixierung mit der Orthese wird ein Verrutschen oder ein Verlust des Slalomschutzes beim Sport vermieden.
Durch die Orthese wird ein Slalomschutz unter einer üblichen Orthese, was zum Verrutschen derselben und mit Funktionsverlust bzw. sogar zusätzlicher Verletzungsgefahr für das Kniegelenk durch erzwungene atypische Belastung verbunden sein kann, vermieden.
Ein separates Anbringen des Schützers ist nicht nötig. Es wird alleinig die Orthese ordnungsgemäß am Kniegelenk von dem Sportler getragen.    Auch andere, jeweils individuelle Lösungen - siehe Bild der  Skifahrerin mit Individuallösung für das linke Knie - werden gerne von uns angefertigt.  

Im Profisport und „Hochgeschwindigkeitsskilauf“ – Superski, Abfahrt – kommen andere Orthesen zum Einsatz. Hier sei u.a. auf die Firma Ortema verwiesen. Mit Orthesen dieser Firma fährt u.a. die Weltklasse Läuferin Fabienne Suter zur Prävention von erneuten Kreuzbandrissen (2 hatte sie bereits).

Der Slalomstangenschutz kann generell als gleichartiger/gleichwertiger Schutz gegenüber ventralen/vorderen Unterschenkelverletzungen bei Freeride Skifahren oder beim Crosskilauf gegenüber Verletzungen durch die Ausrüstung (=Skistöcke, Stahlkanten der Alpinski, etc.) des sportlichen Gegners bei Stürzen, angesehen werden.

Gerne beraten wir Sie individuell und leiten in Kooperation mit dem Orthopädietechniker eine entsprechende Versorgung ein!

 

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